Bericht vom ersten Informationsabend des „Tandem“-Projekts

 Tandem_Logo

Etwa 50 Interessierte am Projekt „Tandem“ versammelten sich am Dienstag, 23.2., im Gemeindesaal der katholischen St.Josephs-Gemeinde Öhringen.

Vier ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Freundeskreis Asyl, Barbara Gläser, Eva Peuker, Antje Rudolph und Theresa Stierand, die das Projekt leiten, führten durch den Abend, bei dem es nicht nur konkrete Informationen über das Projekt gab, sondern auch Fragen geklärt werden konnten und bereits bestehende Tandems von ihren bisherigen Erfahrungen berichteten. Tandem1
Das große Interesse an dem Projekt freute vor allem die Initiatorin des Projekts, Barbara Gläser, besonders, da die große Integrationsaufgabe in Deutschland nur mit Bürgerbeteiligung funktionieren kann, wie sie betonte.
Und dass trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor eine große Bereitschaft zur Mitarbeit in der Flüchtlingsarbeit besteht, zeigt nicht nur dieser Abend. Denn wie Hannes Wössner als Sprecher des Freundeskreis Asyl mitteilte, haben allein seit Oktober 100 Menschen Interesse an einer Mitarbeit im Freundeskreis signalisiert.
Die Erwartungen an das Projekt waren bei den Interessierten sehr unterschiedlich. Viele möchten einfach helfen, konkret Hilfe leisten für die Flüchtlinge hier vor Ort, manche arbeiten schon ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe oder haben private Kontakte zu Asylbewerbern und wünschen sich Unterstützung und Austausch mit anderen Ehrenamtlichena. Andere möchten gern Kontakte zu Asylbewerbern aufbauen und erhoffen sich, dass es leichter ist, Treffen auf so einer privaten Ebene zu organisieren als etwa zu festen Zeiten Angebote wie den Spieletreff oder den Lesetreff zu besuchen.
In einem kurzen Vortrag ermutigte Theresa Stierand die Interessierten, über die eigenen Erwartungen zu reflektieren und mögliche Schwierigkeiten in den Blick zu nehmen – wobei es ihr wichtig war zu betonen, dass nicht bestimmte „Kompetenzen“ das Entscheidende für das Gelingen eines Tandems seien, sondern die Bereitschaft, auf den anderen zuzugehen und dabei eine verbindliche und kontinuierliche Beziehung einzugehen. Tandem2
Heiter wurde die Stimmung, als bereits bestehende Tandems erzählten, wie ihre ersten Begegnungen verliefen, wie sich ihre Beziehung entwickelt hat und wie sie mit Anfangsschwierigkeiten wie Sprachproblemen umgegangen sind – und diese erfolgreich überwunden haben. Die Vertrautheit, mit der die Partner dabei mit- und übereinander sprachen, zeigte beeindruckend, dass hier in kurzer Zeit schon echte Tandems entstanden sind, bei denen sich die Partner auf Augenhöhe begegnen und ein echter Austausch stattfindet – so wie es das Bild des Tandems auch zeigen soll: ein Tandem, das sind zwei, die gemeinsam in eine Richtung fahren und sich gemeinsam anstrengen voranzukommen. Natürlich, so Barbara Gläser schmunzelnd, gibt es bei jedem Tandem einen, der lenkt, und einen, der mitstrampelt. Aber diese Rollen kann man ja jederzeit tauschen!

Das Projekt geht weiter am Dienstag, 15. März 2016 mit dem ersten Zusammenkommen der Tandem-Partner.